Burg Clam

Die Burg Clam entstand im 12. Jahrhundert als romanische Höhenburg auf einem Granitfelsen über der Klamschlucht. Die ältesten Bauteile der Anlage sind der mächtige Palas und der Bergfried, die den Kern der ursprünglichen Wehrburg bildeten. Damit entsprach die frühe Anlage dem Typus der hochmittelalterlichen österreichischen Turmburg.

Im 14. Jahrhundert wurde die Burg wesentlich erweitert. In dieser Bauphase entstanden große Teile der heutigen Kernburg mit zusätzlichen Wohn- und Wehrbauten sowie verstärkten Ringmauern. Auch der Bergfried erhielt in dieser Zeit seine heutige Form. 

Im 15. Jahrhundert folgten gotische Erweiterungen. Besonders bedeutend war der Bau der Burgkapelle mit ihrem polygonalen Chor. Gleichzeitig entstanden neue Wohnräume und gewölbte Innenbereiche, wodurch sich die Burg zunehmend von einer reinen Wehranlage zu einem repräsentativen Adelssitz entwickelte.

Im frühen 17. Jahrhundert erfolgte der große Renaissance-Umbau. Dabei entstand der dreigeschossige Arkadenhof, außerdem wurden Wohnräume modernisiert, Fenster vergrößert und neue Portale geschaffen. Trotz dieser Veränderungen blieb die mittelalterliche Kernstruktur erhalten. Die Burg Clam ist daher ein sehr gutes Beispiel für eine kontinuierlich weiterentwickelte Burganlage.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurden vor allem die äußeren Wirtschaftsbereiche ausgebaut. Stallungen, Remisen und Verwaltungsgebäude entstanden im äußeren Burghof, während ältere Verteidigungseinrichtungen zunehmend ihre Funktion verloren. 

Da Burg Clam im 19. Jahrhundert kaum historistisch umgebaut wurde, blieb die mittelalterlich-frühneuzeitliche Bausubstanz außergewöhnlich gut erhalten. Im 20. Jahrhundert standen bauliche Eingriffe vor allem im Zusammenhang mit der Nutzung der Anlage als Museum sowie mit sicherheitstechnischen Anpassungen. So wurde beispielsweise ein Zivilschutzbunker in die Burg integriert. 

Im 21. Jahrhundert erfolgten bauliche Maßnahmen einerseits zur besseren Erschließung der Anlage für Besucherinnen und Besucher des Burgmuseums sowie der Clam Live Konzerte (z. Bsp.: die Überdachung des zweiten Burghofs) und andererseits zur Wiederherstellung bzw. Betonung einzelner wehrhafter Elemente (z. Bsp.: Mauern im Bereich des Bergfrieds).

Die Burg Clam ist Privatbesitz der Familie Clam Martinic. Detaillierte Informationen zum Besuch des Burgmuseums sowie zu Veranstaltungen auf der Burg Clam erhalten Sie unter www.burgclam.com.

 

Literatur:
Bundesdenkmalamt (Hg.), Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Oberösterreich (Wien, 2003).
Georg Clam Martinic, Österreichisches Burgenlexikon: Burgen und Ruinen, Ansitze, Schlösser und Palais (Wien, 1992).
Walter Hotz, Kleine Kunstgeschichte der deutschen Burg (Darmstadt, 1979).

Ein Schloss mit Bäumen und blauem Himmel




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